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 | Tour de France (von Boudewijn Weehuizen) |
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Tour de France
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Reisebericht von Boudewijn Weehuizen (Niederlande)
Ich kann es euch empfehlen, macht auch einen Trip nach Süd Frankreich!
Als ich vor drei Jahren meine ersten Flugstunden bei Georg nahm, hatte ich mir noch nicht zugetraut eines Tages eine große Tour von Deutschland nach Frankreich und Retour ganz alleine zu fliegen. Und doch ist es was ich gerade erlebt habe. An einem windigen nicht unfreundlichen Samstagmorgen im August 2010 stieg ich mit meinen alten 'Knochen' in die bereitstehende ‘Lottefleur’, meine acht Jahre junge FK- 9. Ron und Renate verabschiedeten mich. Von meinem linken Sitz konnte ich sie kaum sehen, weil der Sitz neben mir mit Gepäck voll gepackt war. Gut vorbereitet inklusive Zelt und Schlafsack gab ich Gas und schon nach 200 Metern sackte die Bahn 28 unter mir weg.
Kräftige Winde taten Ihr bestes um die FK 9 aus der Balance zu bringen. Ihre Nase blieb trotzig in Richtung Flugplatz Mitten-Seeland. Kaum 2 Stunden später war der Platz in Sicht. Nun sind wir Dankern-Flieger von Natur aus eingestellt auf kurze, genaue Landungen. Es muss wohl, da die Dankern Landebahn nur 300 Meter hat. Umso leichter war es in Mitten-Seeland mit 600 Metern Grasbahn in Reserve zu landen. Es ging alles nach Wunsch, aber dunkle Wolken über das weite Seeland versprachen nichts Gutes. Von Zelten kam nichts, weil der Hafenmeister sehr streng und in meinen Augen auch ungerecht. "Zelten tun wir nicht auf unserem Feld", sagte der Mann. Er ließ mich denken, an einen frustrierten Schulmeister. 5 Kilometer weiter ist ein Camping. Dies war nun wirklich nicht ein Gastfreier Empfang. Stunden später kam ein Sturm vom Westen und ich wollte Lottefleur in die Halle setzen, aber der Hafenmeister fand dies nicht nötig um darüber auch nur nach zu denken. Verankere Deinen Flieger mal, als ob ich da nicht selber drauf käme. Nach drei Tagen Regen und Wind konnte ich meine Tour nach Frankreich fortsetzen. Für Ihr Flugzeug sind Sie mir noch drei Übernachtungen schuldig, sagte der Flugleiter bei meinem Abschied. Guck, dies ist nun was man sagt Service, 30 Euro bezahlen für in Regen und Wind draußen zu stehen. Ich fliege da nicht schnell mehr hin.
Gib mir mal das Gastfreundliche Frankreich, wo man mit gepassten Respekt und aufrichtiger Freundlichkeit empfangen wird. In Abbeville, wo Lottefleur zum ersten Mal Französischen Beton unter Ihren Rädern fühlte wurde ich herzlich Empfangen durch Herrn Jean. Es war schon Essenszeit und ich wurde eingeladen zu einem selbstgemachten Aperitif. Der Calvados schmeckte ausgezeichnet. Vive Abbeville mit einer ausgezeichneten versorgten betonierten Landungsbahn von 1200 Metern. Jean erinnerte mich um den Flugplan zu schließen und machte es für mich. Vive la France. Die Übernachtung in dem einfachen am Rand vom Flugplatz gelegenen Hotel hat mir Gut getan. Die Anwesenheit vom Holländischen Flugleiter habe ich weggeträumt. Nun liegt das große Frankreich unter meinen Flügeln. In 2000 Fuß Höhe und 140 km flog ich Richtung Avranches wo ich in der Ferne im Mist das in der See gelegene Kloster Mont Saint Michel entdeckte. Aber mein Ziel war für heute das Dorf Lessay nicht weit davon war im zweiten Weltkrieg die Stadt St. Lo vernichtet worden. Ich meldete mich am Flugplatz `Charles Lindbergh`aber empfing keine Reaktion in meinem Kopftelefon. Axel hatte mich schon gewarnt, dass es nicht üblich ist, dass man in Frankreich antwortet oder alleine in Französisch. Kein Problem einfach in 1000 Fuß über das Feld fliegen und gucken in welche Richtung der Windsack zeigt. Dann fliegst Du eine Platzrunde, wie wir dass von Georg gelernt haben und setzt Dein Flugzeug auf die Bahn. So einfach geht dass
in Lessay traf ich dann meine Londoner Bekannten Paul und Linda. Sie hatten mein Bett schon fertig gemacht in Ihrem tollen verbauten Normannischen Haus. Für den nächsten Tag stand der schöne Flugplatz 'La Baule', an der Atlantischen Westküste von Frankreich. Nachdem ich hier gelandet war, merkte ich, dass ich nicht der einzige Tourist war mitten in der Stadt. Jeder Platz war besetzt, darum flog ich 30 km weiter Östlich von La Baule gelegen Flugplatz von Redon. Was ein Unterschied mit dem vollbesetzten Küstenplatz. Hier sah nur ein einsames Kaninchen meine beinahe perfekte Landung. Dieser asphaltierte Platz war total verlassen und man hätte wohl 1000 Zelte aufstellen können. Den nächsten Tag ging es auf 3000 Fuß Richtung La Roche sur Yon für einen Tank Stopp. Benzin ist auf den meisten Plätzen zu kaufen allerdings oft nur Avgas II. Na ja, so manchmal ein bisschen Blei im Rotax Motor kann er wohl haben. Die Bestimmung von diesem Tag war der Flugplatz von Libourne, mitten in dem berühmten Weingebiet von St. Emillion und Pomerol. Die Trauben glitzerten in den Ranken an der leicht steigenden Hügellandschaft. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte kam eine freundliche alte Dame auf mich zu und ladet mich zum Essen ein. Mann hatte ein tolles Stück Lammskeule auf dem Grill liegen mit einem leckeren Wein aus dem Gebiet. Gastfreundlichkeit!!! Dieser Begriff ist sicher in Frankreich erfunden worden.
Via Marmade, Condom und Auch erreichte ich den nächsten Tag das mit Sonne übergossene, hochgelegene Feld in Oleron. Dies war mein Ziel. Mich sollte er nach ca. 45 Jahren Jean Desaunois treffen. Als ich damals in Paris wohnte und arbeitet war er mein 'Patron' Chef. Dieses Wiedersehen war emotionell und beide älter geworden. Wir fuhren über schmale, verlassene Weg in die Ortschaft Capbis wo Jean schon beinahe 20 Jahre Bürgermeister ist. " Du musst dir von dem Dorf nicht viel vorstellen, hier wohnen mehr Kühe als Menschen in total 230". Zusammen mit seiner Frau Jacqueline bewohnt er ein vornehmes, sehr altes wunderschönes renoviertes Haus. Es liegt mit der Hinterseite am Hang von den Pyrenäen und guckt über die weite wellende Landschaft wo Deine Augen nicht genug von bekommen. Hier wohnen ist in meinen Augen zu Vergleichen mit einem Haus von Adam und Eva, der Olivenbaum auf dem Hain verstärkt dass Gefühl. über Lottefleur brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, der Vorsitzende vom Club Oleron sagte mir einen beschützen Platz in der Halle zu. Und als Ihr denkt ich bekäme die Rechnung, dann vertut Ihr Euch, denn Gastfreundlichkeit ist für Französische Fliegerkollegen eine Selbstverständlichkeit.
Nach dem nötigen 'au revoirs!' und 'a bientots!' war es Zeit um Abschied zu nehmen von Oleroon und allen seinen Herrlichkeiten. Am ersten Abend von der Zurückreise landetet Lottefleur in Le Blanc, zur Höhe van Poitiers. Auch dort wurde ich Gastfreundlich empfangen. Ich wollte im Ort etwas essen gehen. Kein Problem, steig mal ein und ich bringe Dich zum Zentrum van Le Blanc bot mir ein Fliegerkollege an.
Dieselbe Hilfestellung bekam ich in der Nord-Französischen Stadt Maubeuge. Spät Nachmittag landete ich dort, weil die schwarzen Wolken nichts Gutes vermuten ließen. Ein sicherer Jacques den ich im Büro vom ehemaligen Kriegsflugplatz entgegenkam brauchte ich nichts zu Fragen. Er machte ein Hallentor auf und hilf mir Lottefleur reinschieben. gerade rechtzeitig, denn er kamen heftige Windböen mit Regen. Steig mal in mein Auto, dann bringe ich Dich in ein günstiges Hotel mit Restaurant. lud Jacques mich ein. Wenn Du weg willst, rufst Du einfach an und ich bringe Dich wieder zum Flugplatz. Voila, so tun die Franzosen es. Zwei Nächte später rief ich den freundlichen Jacques an und er hielt sich an sein Versprechen. Obwohl ich mich abfrage, ob dies alles so Selbstverständlich ist.
Ade gesagt durch prächtige weiße Wolken trat ich meine Rückreise an. über Gent erreichte ich die seeländischen Inseln. Zur Höhe von Dordrecht zog sich die Wolkendecke zu. Glücklich konnte ich ein paar schwere Regenfälle umfliegen aber bei Enschede sah es so aus als ob die Greifarme von den nassen Monstern immer näher in meine Richtung kamen. Auf der Frequenz von Twente Airport bat ich um eine Landung weil ich auch dachte zu wenig Treibstoff zu haben. Aber der Gehalt von der Reaktion klang mir vertraut Holländisch und sehr 'freundlich' in den Ohren. "Negative" mit anderen Worten, wir haben doch nichts zu Machen mit Ihren Problemen. Verschwinde
Wie anders war der Empfang auf dem Platz von Nordhorn, den ich fünf Minuten später erreichte. Nach dem Landungsgeld bezahlt zu haben bekam ich noch frischen Kaffee und wartete das schlechte Wetter ab. Den bekannten und sicheren Hafen von Dankern erreichte ich eine Stunde später.
Meine erste selbständige Flugreise war eine unvergessliche Erfahrung. Menschen sagen, dass er Courage für nötig ist um so eine Reise zu unternehmen. Dies ist übertrieben. Wenn man so was machen will ist eine gute Vorbereitung nötig. Sorge auch dafür, dass Dein Flieger optimal funktioniert und habe Vertrauen in das Material und halte Rechnung mit den Wetterumständen. Wenn Du dem Wettertyp nicht traust suche eine sicheren Hafen. Studiere die Flugkarten richtig und respektiere die Gebote und Verbote. Probiere, Deine Angst vor fremde Länder zur Seite zu setzen und passe dich so viel wie möglich an das Land an. Mit einem bisschen Französisch und Englisch Kenntnis kommt man weit. In Notfällen kann man Hände und Füße gebrauchen. Und in Frankreich gilt, gib jedem die Hand zur Begrüßung.
Was mich betrifft ist Frankreich ein Paradies für Piloten die Ihren Horizont verbreiten wollen.
Boudewijn Weehuizen (Niederlande)
August 2010
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